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Audiovisuelle und kognitive Effekte bei der Lautheitsbeurteilung von Arbeitszyklen eines Baggers mit Hydraulikpumpe

Tag / Zeit: 16.08.2021, 17:20-17:40
Raum: Lehar 2
Typ: Regulärer Vortrag
Session: Psychoakustik 2
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Zusammenfassung: Die Arbeitstätigkeiten von Baumaschinen können für Arbeitende wie Anwohner gravierende Lärmbelastungen bzw. -belästigungen darstellen. Durch die zunehmende Elektrifizierung von Baumaschinen treten nun Geräusche in den Vordergrund, die bisher durch den Verbrennungsmotor maskiert wurden. In der vorliegenden Laborstudie wird die subjektive Lautheit instationärer Schallsignale untersucht, die durch systematisch variierte Arbeitszyklen eines Baggerarms mit Hydraulikpumpe erzeugt wurden.In einem Hörversuch beurteilten 32 Versuchspersonen die subjektive Lautheit von vorab aufgezeichneten audiovisuellen Szenen eines Kompaktbaggers. Die 16 Szenen entstanden durch verschiedene Kombinationen von Geschwindigkeiten und Auslenkungen eines Baggerarms mit Hydraulikpumpe. In einem Versuchsblock wurden die Szenen mit Bild dargeboten (audiovisuelle Bedingung), in einem weiteren Versuchsblock ohne Bild (auditive Bedingung). Nach jeder Szene gab die Versuchsperson die subjektiv empfundene Lautheit auf einer 50-stufige Kategorienunterteilungs-Skala (KU-Skala) an.Es zeigt sich, dass die Szenen ohne Bild als lauter empfunden als mit Bild. Ebenso wurden höhere Geschwindigkeit und größere Auslenkungen des Baggerarms allgemein als lauter empfunden. Gleichmäßige Baggerarmbewegungen wurden als weniger laut empfunden als solche mit Geschwindigkeitsveränderungen. Traten letztere am Ende einer Bewegungssequenz auf, wurden diese Szenen als lauter wahrgenommen, wie wenn die Geschwindigkeitsänderung am Anfang der Sequenz erfolgte.Implikationen der Ergebnisse werden hinsichtlich kognitiver Effekte bei der Lautheitswahrnehmung instationärer Signale diskutiert (z.B. Primacy- vs. Recency-Effekt).