Beitrag

Untersuchung der relativen Lokalisationsfähigkeit in der Horizontalebene bei blinden und sehbehinderten Personen über Kopfhörer mittels virtueller Akustik

Tag / Zeit: 18.08.2021, 15:40-16:00
Raum: Schubert 4+5
Typ: Regulärer Vortrag
Online-Zugang: Bitte loggen Sie sich ein, damit weitere Inhalte sichtbar werden (bspw. der Zugang zur Onlinesitzung).
Zusammenfassung: Diese Studie untersucht die relative Lokalisationsfähigkeit in der Azimuthebene mittels virtueller Akustik über Kopfhörer bei früh- und späterblindeten, sowie bei sehbeeinträchtigten Personen im Vergleich zu Personen mit normaler Sehleistung.Hierzu wurde ein 90ms langes bandbegrenztes weißes Rauschen mit Kunstkopf Head-Related-Impulse-Responses (HRIR) gefaltet und über Kopfhörer dargeboten. Die Versuchspersonen gaben an, ob zwei nacheinander dargebotene Rauschen aus derselben oder aus unterschiedlichen Richtungen wahrgenommen wurden. Die Messung wurde frontal (0° Referenzton), lateral links (90°) und rechts (270°) durchgeführt.Die Ergebnisse zeigen, dass alle Probandengruppen die Richtungsunterschiede mit hoher Genauigkeit lokalisieren können. Die Diskriminationsschwellen liegen frontal bei ±3°-5° zur Referenz, lateral bei ±8°-17°. Im Vergleich zu Studien mit Darbietung im Freifeld zeigt diese Studie keine verbesserte Lokalisationsfähigkeit sehbeeinträchtigter Personen im Vergleich zu Personen mit normaler Sehleistung. Dies ist vor allem auf das Fehlen der individuellen Anatomie der Pinna zurückzuführen, deren spektrale Filterung bei der Nutzung von Kunstkopf-HRIRs und Kopfhörern nicht berücksichtigt wird.