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Praktische und Künstliche Intelligenz. Hannah Arendts Ethik im Spiegel der Technik

Tag / Zeit: 18.08.2021, 09:20-09:40
Raum: Lehar 2
Typ: Regulärer Vortrag
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Zusammenfassung: Hannah Arendts Werk „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ gilt als eine der wichtigsten ethisch-moralischen Schriften der Gegenwart. Die Philosophin versteht das lebenspraktische Handeln als unhintergehbare menschliche Bedingheit, als condicio humana (lat.). Praktische Philosophie, wozu Ethik und Moral gehören, steht im Spannungsfeld von Arbeit und Gesellschaft. Dort findet Technik Anwendung, mittlerweile hat Technik kulturell gestaltenden Einfluß, wie der Transhumanismus zeigt. Diese Beeinflussung wird von Wissenschaftler*innen zunehmend kritisch gesehen, menschliche Grenzen werden oftmals verletzt. In der ethischen Bewertung einer, auf Technik gerichteten Handlung, unterscheiden wir traditionell Aristotelisch zwischen poesis (gr.) und praxis (gr.). Mit poesis ist ein instrumenteller, zielgerichteter Herstellungsprozess gemeint, der sich in Umsetzung verwirklicht und im fertigen Produkt vollendet, mit praxis definieren wir menschliches Handeln, die gemeinsame Arbeit. Arendt interpretiert den technischen Konzeptions- und Werkprozess als Kreativität. Wir wollen als Homo faber die Welt schöner und nutzbringender gestalten oder als Animal laborans uns das Leben erleichtern und verlängern. Jedoch versuchen wir uns heute über Technik, wie sprachgesteuerte Software, im Lebensalltag zu orientieren. Aber, damit wir uns in der Welt orientieren können, ist nicht nur Technik notwendig, sondern insbesondere Intelligenz und praktisches Handeln.Der Vortrag zeigt die conditio humana des praktischen Handelns auf und welche Konsequenzen sich daraus ableiten lassen.