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Messung und Berechnung von Kantenabsorbern

Tag / Zeit: 18.08.2021, 14:20-14:40
Raum: Strauss 2/3
Typ: Regulärer Vortrag
Session: Raumakustik 3
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Zusammenfassung: Die gute Absorptionswirkung von Kantenabsorbern bei tiefen Frequenzen ist empirisch umfangreich belegt und liefert wohl den Grund dafür, dass dieser Absorbertyp auch weitläufig als Bassfalle bekannt ist. Aufgrund eines fehlenden einfachen Berechnungsmodells für Kantenabsorber, kommen diese in der raumakustischen Planung allerdings relativ selten zum Einsatz.In diesem Beitrag wird das Absorptionsverhalten eines eigens angefertigten Kantenabsorbers untersucht und ein Berechnungsmodell für Kantenabsorber in Quaderräumen vorgeschlagen.Hierfür wurden modulare Kantenabsorber entwickelt, mit welchen eine umfangreiche Messkampagne in einem Hallraum und in Seminarräumen durchgeführt wurde. Die Analyse der Messdaten ergibt, dass die Modenstruktur des Raumes einen wesentlichen Einfluss auf die tieffrequente Absorptionswirkung hat. Es tritt eine starke Wechselwirkung von Raummoden und Absorptionsverhalten auf, sodass der Kantenabsorber wie eine Art Modenbremse wirkt.Um die gemessenen Absorptionswerte der Kantenabsorber mit den akustischen Raumeigenschaften, den Raummoden, in Beziehung zu bringen, werden Optimierungsalgorithmen verwendet. Die dabei erhaltenen Ergebnisse dienen als Grundlage für ein Berechnungsmodell, welches im Edge Absorber Calculation Tool (EACT) zum Einsatz kommt. Das EACT ermöglicht eine grobe Abschätzung der Wirksamkeit des Kantenabsorbers bei tiefen Frequenzen in Abhängigkeit von den Abmessungen eines Quaderraumes.Abschließend wird die Verwendbarkeit der Ergebnisse des EACT anhand der Sanierung eines Hörsaals mit Kantenabsorbern evaluiert.