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Ein Modell zur Zeitintegration akustischer Reize im Infraschallbereich

Tag / Zeit: 17.08.2021, 17:00-17:20
Raum: Stolz 1
Typ: Regulärer Vortrag
Session: Infraschall
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Zusammenfassung: Ein Merkmal der zeitlichen Integration akustischer Reize, sowohl im Hörschall- als auch im Infraschallbereich, ist die Verringerung der Detektionsschwelle mit zunehmender Dauer. Dabei spielt die Form der Einhüllenden eine wesentliche Rolle. Für den Hörschallbereich gibt es zahlreiche Modelle, die die Zeitintegration hinreichend gut beschreiben. Bei den meisten Modellen wird angenommen, dass die Integration neuronaler Aktivität direkt proportional zur Reizamplitude oder zur Reizintensität wäre. Beim HMN-Modell von Heil, Matysiak und Neubauer (2017, Hearing Research 353, S. 135–161) wird die Amplitude der Einhüllenden mit einem Exponenten von 3 potenziert. Für Hörschallreize mit unterschiedlichen Einhüllenden konnte nachgewiesen werden, dass das HMN-Modell Detektionsschwellen besser beschreibt als die Amplituden- oder Intensitäts-basierten Modelle. In diesem Beitrag wird untersucht, inwieweit das HMN-Modell auch zur Beschreibung der Zeitintegration von Infraschallreizen geeignet ist. Hierbei sind Anpassungen für hohe Pegel notwendig. Es wird darüber hinaus der Frage nachgegangen, ob das Modell sich auch zur Vorhersage von Detektionsschwellen von Infraschall-Tonkomplexen anwenden lässt, die nicht nur von der Reizdauer, sondern auch von der Anzahl der vorhandenen Frequenzkomponenten abhängig sind.