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Repetitionsverhalten beim Pianino: Spielbarkeit nach Einbau unterstützender Federmechanik

Tag / Zeit: 17.08.2021, 14:20-14:40
Typ: Regulärer Vortrag
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Zusammenfassung: Sehr schnelle Triller und Tonwiederholungen, wie sie in der Klavier Solo-Literatur üblicherweise gefordert werden, konnten bisher nur auf Flügeln mit Doppelrepetitionsmechanik realisiert werden, nicht aber auf Mechaniken von Klavieren (Pianinos, upright pianos). Für eine schnelle Repetition ist es notwendig, dass ein weiterer Anschlag durchgeführt werden kann, noch bevor die Taste vollständig in ihre Ausgangsposition zurückgekehrt ist. Die in Wien beheimatete Firma Feurich hat mit ihrer patentierten „High Speed KAMM Action“ eine Möglichkeit gefunden, solch schnelle Repetitionen auch am Klavier zu ermöglichen. Um die Auswirkung der neuen Federmechanik auf Spielbarkeit und Klang in der Praxis zu analysieren, wurden je zwei baugleiche Klaviere der Firmen Feurich und Bechstein eingesetzt, wovon jeweils eines –von außen nicht erkennbar– die neue Federmechanik enthielt. Die mit einem neu entwickelten, digital gesteuerten und sensorgestützten Anregungsmechanismus durchgeführten optischen und akustischen Spielanalysen zeigten, dass der wesentliche Unterschied in jener Tastentiefe liegt, bei der ein neuerlicher Anschlag ausgeführt werden kann. Darüber hinaus beurteilten neunzehn international renommierte Pianist/innen anhand von vorgegebenen und frei wählbaren Stücken die vier Instrumente. Eine systematische Auswertung ergab, dass die Instrumente mit der neuen Federmechanik als klanglich gleichwertig, aber in ihrer Repetitionsfähigkeit als eindeutig besser beurteilt wurden, besonders was die Tonwiederholungen im Pianissimo betrifft.