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Rauigkeitswahrnehmung für schmalbandig modulierte Geräusche

Tag / Zeit: 16.08.2021, 15:00-15:20
Raum: Lehar 2
Typ: Regulärer Vortrag
Session: Psychoakustik 1
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Zusammenfassung: Eine Vorangegangene Studie hat gezeigt, dass Breitbandrauschen, das nur in bestimmten Frequenzbändern moduliert ist, von Versuchspersonen als rauer empfunden wird, als die Vorhersage aktueller Rauigkeitsmodelle. Zudem interpretieren diese Modelle schmalbandige Stimuli rauer als die Versuchspersonen. Somit scheint es möglich zu sein, die wahrgenommene Rauigkeit eines Geräuschs durch Hinzufügen unmodulierter Rauschanteile zu erhöhen. Dieses Phänomen steht im Widerspruch zu bisherigen Vorstellungen zur Rauigkeitswahrnehmung, hat aber bei der Analyse komplexerer Umweltgeräusche eine hohe Relevanz. In einem Größenschätzungsexperiment wurde die Rauigkeit verschiedener Stimulus-Typen ausgehend vom 1 Asper Definitions-Ton bestimmt. Andere Studien haben gezeigt, dass die Präsentationsreihenfolge einen Einfluss auf die Entscheidung der Versuchspersonen haben kann. Aus diesem Grund wird in dieser Studie ein Paarvergleich zwischen unterschiedlichen, ausgewählten Stimuli der vorangegangenen Studie durchgeführt. Hierbei wurde darauf geachtet, dass jeder Stimulus etwa gleich oft als erstes bzw. zweites Geräusch dargeboten wurde. Ein Vergleich mit den Ergebnissen aus der Größenschätzung bestätigt eine gute Übereinstimmung. Dies zeigt, dass gewisse Mechanismen der Rauigkeitswahrnehmung in Modellen noch nicht ausreichend beachtet werden. Ausgehend von den Subjektivurteilen kann ein Ansatz erarbeitet werden, der eine Optimierung vorhandener Berechnungsmodelle hinsichtlich der untersuchten Signaleigenschaften ermöglicht.