Beitrag

Dosis-Wirkungsbeziehungen der WHO-Richtlinie kritisch hinterfragt

Tag / Zeit: 17.08.2021, 10:00-10:20
Raum: Stolz 1
Typ: Regulärer Vortrag
Online-Zugang: Bitte loggen Sie sich ein, damit weitere Inhalte sichtbar werden (bspw. der Zugang zur Onlinesitzung).
Zusammenfassung: Für die Environmental Noise Guidelines for the European Region (2018) wurden von mehreren Teams zu verschiedenen Fragestellungen Metaanalysen der wissenschaftlichen Literatur erstellt um Dosis-Wirkungsbeziehungen zwischen Lärm aus verschiedenen Quellen und gesundheitlichen Folgen bzw. Risiken abzuleiten. Beziehungen, welche theoretisch einer Logit bzw. Probit Verteilung folgen sollten, wurden durch lineare Regressionsmodelle mit quadratischem Term angenähert. Dies erschwert die Extrapolation der Ergebnisse zu hohen bzw. zu niedrigen Pegeln.Die ermittelten Zusammenhänge gelten jeweils für Lärm aus einer Quelle (Straßenverkehr, Bahnverkehr, Flugverkehr usw.). In der gutachterlichen Praxis muss jedoch in aller Regel eine komplexe Lärmsituation beurteilt werden, die durch multiple Lärmquellen geprägt ist. Oft sind es gerade besondere und untypische Geräusche, die eine eingehende Beurteilung erfordern. Dazu wären mehr Studien nötig, die die Kombinationswirkungen mehrerer unterschiedlicher Lärmquellen untersuchen und auch Untersuchungen zu untypischen Lärmarten, um besser begründete Gewichtungsfaktoren (z.B. Pegelzuschläge für Tonhaltigkeit, Dauerlärm, dominanter tief- oder hochfrequenter Anteil) abzuleiten.Dieser Beitrag soll anhand von Praxisbeispielen die Anwendbarkeit der Effektschätzer der WHO und ihre Grenzen aufzeigen.